Auf dem Weg zur Medizin 4.0

DVMD-Fachtagung 2017

Hirschberg, 05. April 2017: Zur 14. Tagung des Fachverbandes für Dokumentation
und Informationsmanagement in der Medizin (DVMD) kamen Ende März rund 300
Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Dresden zusammen. Das Motto „Kernkompetenz
Medizinisches Informationsmanagement“ bündelte Vorträge und Workshops aus
allen Tätigkeitsbereichen – der klinischen Dokumentation, der Qualitätssicherung,
der Tumordokumentation, der klinischen Studien und allgemein des
Informationsmanagements in der Medizin. Daneben standen Experten- und
Erfahrungsberichte, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie spannende aktuelle
Themen in Richtung Digitalisierung und E-Health auf dem Programm – navigierbar
erstmalig auch auf einer Tagungs-App.
Katharina Thorn, langjährige DVMD-Vorstandsvorsitzende, begrüßte die Teilnehmer im
Großen Saal des Quality Hotels mit den Worten „Was nicht dokumentiert ist, hat nicht
stattgefunden“. Sie appellierte, dass trotz allen Wandels in der Leistungserbringung der
letzten Jahre die Dokumentation extrem wichtig sei – im Vordergrund solle jedoch die
Medizin stehen, nicht die Bürokratie.

In seiner Keynote „Dokumentieren wir uns zu Tode?“ erklärte Prof. Dr. med. Klaus-Dieter
Schaser, wie sich das Bild des Arztberufes durch Dokumentationsaufwand und
Ökonomisierung gewandelt habe. Neben den ursprünglichen Aufgaben z.B. eines Arztes
an einem Universitätsklinikum – Patientenversorgung, Forschung und Lehre – kommen
mehr, auch fachfremde, bürokratisch-administrative Aufgaben hinzu. Beispielsweise sind
seit der Einführung des DRG-Systems, das eine exakte Verschlüsselung von Diagnosen
und Eingriffen erfordert, Ärzte vielerorts für die Kodierung verantwortlich. Häufig sind sie
mit den Kodierungsrichtlinien nicht ausreichend genug vertraut. Eine mögliche Lösung
sieht Prof. Dr. Schaser in der interprofessionellen Zusammenarbeit, beispielsweise über
gemeinsame Visiten, an denen Ärzte und Medizinische Dokumentare teilnehmen.
Treffend fasste Prof. Dr. Paul Schmücker in seiner Session „Gegenwart und Zukunft der
Informationsverarbeitung im Gesundheitswesen“ zusammen, dass sich durch Apps, e-
Health und Big Data alles Althergebrachte grundlegend ändere. So blieben lebenslanges
Lernen und Weiterbildung zentrale Herausforderung aller im Gesundheitswesen Tätigen.
Einen Überblick über die historische Entwicklung von Good Clinical Practice (GCP) und
den aktuellen Zustand mit Fokus auf die Europäische Union vermittelte Dr. Dagmar Chase
in der Keynote des zweiten Tages. GCP dient dem Schutz der Teilnehmer an Studien und
soll alle Schritte nachvollziehbar machen. Eine neue und einheitliche EU-Verordnung (EU
Clinical Trials Regulation 536/2014) soll zu verbesserter Qualität in der
Arzneimittelforschung bei gleichzeitig vereinfachter Administration führen. Dabei geht es
zum einen um den risikobasierten Ansatz zur Minimierung von Fehlern; zum anderen soll
die „GCP Renovation“ andere Studiendesigns ins Auge fassen und diese mit weiteren
Daten aus Patientenakten, Registern und der „Real World“ anreichern.
Vier junge Dokumentare und Nachwuchswissenschaftler wurden für ihre innovativen und
zugleich fundierten Poster bzw. wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet: MichelReinhard
(Schule für Medizinische Dokumentation Gießen), Verena Schöning (Hochschule
Ulm), Annika Eschen (Hochschule Hannover) und Pablo Plöchl.
Im Frühjahr 2018 bringt das 2. DVMD-Frühjahrssymposium in Köln ein Update zum Thema
„Klassifikationen und Gesundheitsstatistik“. Die nächste Fachtagung ist für 2019 geplant.

Kurzportrait

„Der Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin“
(DVMD e. V.) ist die Interessenvertretung für alle Berufsgruppen in der Dokumentation und
im Informationsmanagement in der Medizin. Der 1972 gegründete Verband zählt derzeit
rund 900 Mitglieder. Hauptziele des DVMD sind die Interessenvertretung und
Öffentlichkeitsarbeit in allen Bereichen des Medizinischen Informationsmanagements, die
Qualitätssicherung von Ausbildung und Studium in diesem Bereich, die Förderung der Aus-
, Fort- und Weiterbildung, die regelmäßige Organisation von Fachtagungen sowie die
Bildung von Kooperationen und Netzwerken. Fachöffentlichkeit und Mitglieder werden
durch die Zeitschrift „Forum der Medizin_Dokumentation und Medizin_Informatik“ (mdi)
informiert. Der Verband setzt sich für eine nationale und europaweite Harmonisierung der
Ausbildung sowie für ein einheitliches Berufsbild ein.

EIT Health

Die Deutschen Start-ups (MammaScreen, Coldplasmatech, iSurgeon) und Gewinner in verschiedenen Kategorien zusammen mit Kurt Höller, Director of Business Creation von EIT Health (links) und Kollegen vom CLC Germany nach der Preisverleihung beim EIT Health Summit am 23. November 2016 in Barcelona

Beeindruckender Erfolg für deutsche Start-ups beim EIT Health Summit in Barcelona

Pan-Europäischer Business Plan Aggregator wählte die „Best of the Best“ Gesundheits-Start-ups aus

Ungefähr 350 Teilnehmer aus 19 Ländern nahmen an dem EIT Health Summit am 23. und 24. November 2016 in Barcelona teil. Während den 2 Tagen hatten die Teilnehmer verschiedene Netzwerkmöglichkeiten und lernten viel über die Aktivitäten und Beteiligungsmöglichkeiten von EIT Health.

Ein Highlight der Veranstaltung war der Business Plan Aggregator Wettbewerb. 21 Start-ups in den Kategorien MedTech, BioTech und Digital Health stellten ihre Geschäftsideen im Pitch-Format vor einem großen Publikum und einer Jury, bestehend aus Europäischen Investoren, vor. Diese Start-ups waren durch einen „Best of the Best“-Prozess auf nationaler Ebene vorab ausgewählt worden und jedes EIT Health Co-Location Center (CLC) hatte die Möglichkeit 3 nationale Gewinner in den 3 Kategorien vorzuschlagen. Die Start-ups des Deutschen CLC waren Coldplasmatech (MedTech), iSurgeon (Digital Health) und MammaScreen (BioTech).

Das Deutsche CLC war sehr erfreut über die Leistung der ausgewählten Start-ups während des EIT Health Summits. MammaScreen erhielt den ersten Preis in der Kategorie Biotech, Coldplasmatech war der erste Gewinner in der Kategorie Medtech und iSurgeon erhielt den 2. Platz in der Kategorie Digital Health. Außerdem gewannen Coldplasmatech und MammaScreen den 1. und 2. Platz des Publikumspreises.

Coldplasmatech entwickelte eine neue Lösung in der Wundbehandlung mit kaltem Plasma, das multiresistente Bakterien abtötet und dadurch den Heilungsprozess im Fall von chronischen und infizierten Wunden unterstützt. iSurgeon stellt eine einzigartige und neue Form der visuellen Kommunikation für Chirurgen dar, um schneller, einfacher und zuverlässiger zu kommunizieren mit Hilfe von vergrößerter Wirklichkeit (augmented reality). MammaScreen hat einen sehr zuverlässigen Labortest basierend auf Biomarkern entwickelt zur frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs. Alle 3 Start-ups waren vom Deutschen CLC während der SHIP– (Ship for Health Innovation Pitches) Veranstaltung am 9. August 2016 in Heidelberg vorab ausgewählt worden, auch basierend auf ihrer vorherigen Leistung, da alle von ihnen bereits andere Preise im Gesundheitsbereich gewonnen hatten (z. B. Life Science meets IT Hackathon, Science4Life, etc.).

„Die deutschen Start-ups haben beeindruckende Ergebnisse im pan-Europäischen Wettbewerb erzielt und wir sind sehr stolz auf ihre Leistung und wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft, die wir aktiv begleiten werden“, betonte Dr. Armin Pscherer, CEO der German EIT Health GmbH. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass Start-ups eine wichtige Quelle für schnelle und kluge innovative Gesundheitslösungen sind und helfen können, das Europäische Gesundheitswesen zu verbessern.

Andere interaktive Diskussionsrunden bildeten ein interessantes Netzwerk-Umfeld während des EIT Health Summits. Unter dem Thema „die Zukunft des Gesundheitswesens in Europa“ diskutierten Redner wie z.B. Robert Madelin, Fipra Chief Strategist and ehemaliger Generaldirektor von DG CONNECT und vorher von DG SANTE und Peter Wintlev-Jensen, Senior Policy Officer von DG CONNECT der Europäischen Kommission die Herausforderungen und Prioritäten im Europäischen Gesundheitsbereich, die gemeinschaftliche Ansätze der Zusammenarbeit erfordern.

Posterausstellungen über die Innovations-Projekte von EIT Health zeigten die Weite des innovativen Potenzials dieser Europäischen Partnerschafts-Gemeinschaft. Verschiedene Programme für Jungunternehmer und Intrapreneure, aber auch EIT Health Möglichkeiten im Bereich „Campus“ und Informationen über Digitale Programme und Hochschulausbildung wurden vorgestellt. Der EIT Health Summit bot somit eine große Vielfalt an neuem Wissen und Ideen zu innovativen Gesundheitslösungen an.

Weitere Informationen über den EIT Health Summit: https://summit.eithealth.eu/

Weitere Informationen über EIT Health: http://eithealth.eu/

Weitere Informationen über die German EIT Health GmbH: http://eithealth.eu/clc/eit-health-clc-germany/

Presse-Kontakt:

Christine Neumann, Communication Manager, German EIT Health GmbH

Email: .img@.img">.img@.img

Phone: +49 (0) 621 76446114

Verwirklichung vernetzter Visionen

Kongress für Gesundheitsnetzwerker, Berlin 3. und 4. Mai 2016

Vernetzung ist eine langjährige Vision der Gesundheitsnetzwerker. Der Selektivvertrag beispielsweise ist ein fester Bestandteil der Versorgung geworden, und „Netze“ werden von verschiedenen Kassen anerkannt und teilweise finanziell gefördert. Vieles hielt kaum jemand vor zehn Jahren für möglich gehalten, anderes wurde schneller erwartet.

Die elektronische Vernetzung war ein wichtiges Thema in vorangegangenen Kongressen, verschiedene Redner wagten Blicke in die Zukunft. In diesem Jahr beleuchtet der Kongress der Gesundheitsnetzwerker die Verwirklichung dieser Visionen: Welche Ideen sind bereits in der Versorgungsrealität angekommen? Wie stellen sich Ärzte, Netze und Krankenhäuser den Veränderungen? Was setzt sich durch, was bleibt spannend und was Vision? Dabei geht es um die Verknüpfung der beiden Sphären – virtuell und real. Welche Trends kommen bei den Netzen an – was nehmen sie auf, um die Versorgung besser zu gestalten? Ferner werden die Rahmenbedingungen betrachtet: Welche Auswirkungen bringt der Strukturfonds? Wie entwickelt sich die Finanzierung der Netze angesichts des Innovationsfonds? Was will der Patient? Wird sich verwirklichen lassen, was die medizinische Versorgung nachhaltig verbessert?

Der bekannte Blogger Sascha Lobo berichtet in seiner Keynote über Krebs und eine Software als mögliches Heilmittel. Erfolgreiche deutsche Startup-Unternehmer sind ebenso vor Ort wie Veranstalter von Acceleratoren, deren digitale Strategien internationale Erfolge vorweisen. Die Bewerbung um Mittel aus dem Innovationsfonds, das neue Entlassmanagement oder das Präventionsgesetz geben Anlass für weitere spannende Informationen. Die Preisverleihung zum Gesundheitsnetzwerker, Workshops, Dialoge runden das Programm ab.

Die Veranstaltung tagt im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin: am 3. Mai von 10 bis 20 Uhr, am 4. Mai von 8:30 bis 16 Uhr. Weitere Infos: www.gesundheitsnetzwerker.de

Von Mirjam Bauer

Chor der Fighting Spirits

Chor der Fighting Spirits

„Ein Projekt mit Stimme, die Kraft und Lebensmut gibt“

Kick-Off-Konzert der Fighting Spirits im Düsseldorfer Theater der Träume

Wenn junge Menschen an Krebs erkranken, gibt ihnen das Musikprojekt „Fighting Spirits“ Mut und neue Lebenskraft. Eine plötzliche, schwere Erkrankung stellt die Jugendlichen und ihr Umfeld vor einen großen Einschnitt in ihrem Leben. Über dieses Projekt erfahren die Kinder Gemeinschaft und Hoffnung – besondere Erlebnisse, wie die Vorbereitung und Bewältigung eines Musikkonzerts, ermöglichen intensive Glücksmomente. Ergotherapeut und Musiker Frank Gottschalk gründete die Gruppe vor vier Jahren in der Kinderonkologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Im Theater der Träume starteten die Fighting Spirits ihre „Komm-Mit“-Tour 2015 – und begeisterten 800 Zuhörer mit ihren abwechslungsreichen Songs, darunter Musikstücke mit selbst geschrieben Melodien und Texten.

Stimmen vor dem Konzert

Frau Kremer und Frau Glettenberg, beide aus dem Medienbereich der Uniklinik Düsseldorf, haben Angehörige mitgebracht. Sie „wollen alles auf sich zukommen lassen“, erwarten durchweg positive Emotionen. Zwei von ihnen hatten bereits früher ein Konzert besucht. Frau Strotmann freut sich besonders auf den „Spirit“, den diese Kinder weitergeben. Sie möchte mit viel Applaus zur guten Stimmung beitragen, vielleicht auch, weil sie selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation war.
Jörg Tünsmeyer, Vater zweier gesunder Kinder und eng befreundet mit dem Vereinsvorstand, freut sich, Menschen zu sehen, die trotz schwerer Schicksale am heutigen Abend einige Stunden glücklich sein dürfen. Er ist beeindruckt von der Leistung, den diese Amateurkünstler auf die Beine stellen, und erwartet viele positive Emotionen – kann sich aber auch vorstellen, dass Tränen rollen werden.
Martina Benecke, deren Nichte an Krebs erkrankt ist, hofft auf einen schönen Abend –auch mit schweren Momenten; sie glaubt aber, dass das Publikum vor allem das Positive mitnehmen wird. Sie wünscht, dass die Kinder sich selbst eine Stimme geben.
Claudia Linßen und Sonja Feichtinger aus Wuppertal sind Arbeitskollegen einer „Spirit-Mutter“. Sie haben den Flyer gelesen, sind sehr gespannt und erwarten ein buntes Programm, das trotz der Darstellung durch Laien sehr professionell „herüberkommt“, das mitreißt und begeistert.
Auch Pastor Kursawa aus der Gemeinde Schwalmtal, dem Sitz des Fördervereins, ist angereist. Er ist überzeugt, dass „die jungen Leute ein musikalisch anspruchsvolles, unterhaltendes Programm machen – denn sie wollen kein Mitleid. Im Gegenteil: Sie zeigen trotz lebensbedrohlicher Umstände, wie sie etwas aus ihrem Leben machen“. Diese bemerkenswerte Leistung möchte er durch seine Anwesenheit solidarisch unterstützen.
Dr. Balzer aus der Kinderonkologie Düsseldorf kennt viele Kinder persönlich: „Die Musikinitiative vermittelt den Kindern Kampfgeist – und Freude an der Musik, neben dem Klinikalltag. Sie dürfen Gemeinschaft erleben und einfach Spaß haben. Ich erwarte ein tolles Konzert und habe vorab bereits ihre CD gehört“.
Dr. Wessalowski, Oberarzt aus der Düsseldorfer Kinderonkologie, erwartet „neben einer tollen Show auch einen Wechsel von Gefühlen, die Freude wird jedoch im Vordergrund stehen“.

Die Show: Musik, Film und mehr …

Moderatorin und Vorstandsmitglied Michaela Steffen dankt dem Publikum im bis auf den letzten (Steh-)platz gefüllten Saal fürs Kommen – denn das ist die größte Freude für die „Kämpfenden Geister“. Rund 800 Menschen aller Altersklassen sind der Einladung gefolgt, trotz diverser Tunnel- und Brückensperrungen, sogar der Düsseldorfer Oberbürgermeister ist präsent.
Mitreißende Songs, persönliche Erfahrungen der Spirits und selbstgedrehte Filmausschnitte bestimmen die Show: Christian sollte laut ärztlicher Diagnose nie mehr gehen können. Sitzend singt er „Wolke Sieben“, steht mit Hilfe auf und geht über die Bühne.
Sophia, ein neuer „Spirit“, hat sich einen Chorleiter „irgendwie anders als Frank“ vorgestellt, der mit ausgefallener Frisur und Turnschuhen auf gleicher Augenhöhe wie die Jugendlichen agiert. Sie war überwältigt über die offenen Arme und die Freundlichkeit, mit der die Gruppe sie sofort aufgenommen hat.
Einem „Spirit“ der ersten Stunde geht es heute nicht so gut. Im Gespräch mit „Boss Frank“ erzählt Alina von ihren Lieblingsliedern. Mischa Züwerink von der Musical Academy singt für sie und alle Anwesenden den „Nessaja-Song“ aus einem Musical von Peter Maffay: „Im Herzen bin ich ein Kind geblieben …“. Die Musical Academy unterstützt die Spirits heute gemeinsam mit einem Gospelchor in zwei Songs.

Nicht nur positiv …

Auch ruhige, leise Stücke gehören zum Repertoire der Spirits, sie verarbeiten hier den Verlust ehemaliger Gruppenmitglieder. Zwei selbstkomponierte Lieder lassen das Publikum ganz leise werden. Emotionsstark singt Juliane „Hin zum Glück“ für einen verstorbenen Spirit – Jacky –, die letztes Jahr noch mit aufgetreten war. Beim anschließenden Song „Happy“ fühlt der Keyboarder, der sonst in der „Undercover-Crew“ spielt, noch immer seine zitternden Hände. Diese Band hat ein enges Verhältnis zu den Spirits aufgebaut, kennengelernt haben sie einander auf der „Kinderlachen-Gala“. Mittlerweile absolvierten sie einige gemeinsame Auftritte, unter anderem in der Dortmunder Westfalenhalle.
Das letzte Lied drückt noch einmal die Verbundenheit der Kinder und Jugendlichen aus – und ihre Hoffnung, dass es immer weiter geht. „In diesem Moment“ halten einander alle an den Händen, nur eine Kerze spendet zartes Licht und Fotoimpressionen zeigen Ausschnitte der Zeit mit Nadine, die in den Herzen aller weiterlebt. „Wir möchten leise laut werden“, sagt Michaela Steffen zum Abschluss – und genau das haben die Spirits mit diesem Konzert geschafft.

Eindrücke der Zuschauer

Was sagt der Oberarzt, der einige „seiner“ Kinder nach Jahren wieder gesehen hat? „Die Gruppe kann viele Menschen mitreißen – sie hat noch eine Menge Potential, um weiter zu helfen und zu ermutigen.“
Und der Pastor? „Die ‘Spirits‚ haben, wie erwartet, ausgesprochen gut unterhalten, tolle Musik gemacht – es war bewegend. Durch unglaubliche Anstrengung und dem Schreiten über die eigene Befindlichkeit hinaus haben sie anderen, meist gesunden Menschen, etwas Positives gegeben. Ich glaube, es gibt keinen Zuschauer, der nicht betroffen nach Hause geht – vielleicht verändert er seinen bisherigen Standpunkt. Ich habe heute gelernt, dass Menschen in einer Situation, die sich stark von der Mehrheit unterscheidet, sensibler, feinfühliger und herzlicher sind – miteinander und zu anderen“.
Frau Strotmann ist überwältigt von der Kraft und Stärke dieser Kinder, sie nimmt nur positive Erinnerungen mit: „Das Konzert war fantastisch, es hat meine Erwartungen noch übertroffen: der ‘Spirit‚ kommt ‘voll herüber‚“. Frau Kremer hingegen ist noch aufgewühlt, emotional mitgenommen. Sie braucht Zeit, um wieder „runterzukommen“.
Der aus Frankfurt angereiste Jörg Tünsmeyer gibt zu, so starke Emotionen nicht erwartet zu haben, selbst bei ihm seien Tränen geflossen. „Es war ganz toll. Meine Erwartung ist mehr als erfüllt worden. Wenn man die Schicksale und Geschichten der Jugendlichen erfährt; ihr eigenes Risiko und die teils ungewisse Zukunft sieht – und wie sie den Umgang mit dem Tod bewältigen, dann macht das unsere eigenen Probleme so klein …“.

Wie es weitergeht

Jeder Einzelne der Fighting Spirits sowie die Mitglieder des gleichnamigen, ehrenamtlichen Fördervereins hoffen, dieses Projekt und diese Idee in viele Kliniken weiter tragen zu können. In Zukunft gehört auch eine Tanzchoreographie zum Programm. Weitere Konzerte der Komm-Mit! Tour finden statt in
Münster, Factory Hotel, 16. Mai 2015
Nordhorn, Kloster Frenswegen, 20. Juni 2015
Informationen unter www.fightingspirits.de
Von Mirjam Bauer

Christian und der Chor

Christian und der Chor

Medizinisches Informationsmanagement in Ulm

DVMD-Tagung präsentiert Herausforderungen in Versorgung und Forschung

Die Veranstaltung an der Hochschule Ulm steht unter dem Motto Informationsmanagement in der Medizin. Informationsbasierte Prozesse, elektronische Patientenakten, Datenstandards, Tumordokumentation und klinische Forschung: Rund sechshundert Vertreter aus dem Bereich des medizinischen Informationsmanagements tauschen sich auf der 13. Tagung des Fachverbandes für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin e. V. (DVMD) aus. Vom 11. bis 14. März wollen die Veranstalter den Herausforderungen unter dem Wandel von klassischen Aufgaben der Medizinischen Dokumentation hin zum Informationsmanagement in komplexen IT-gestützten Szenarien Rechnung tragen. Daraus ergeben sich neue Aufgaben im Prozess-, Qualitäts- und Produktmanagement im Gesundheitsbereich – und Bedarf an entsprechenden Kompetenzprofilen.
Diese Themen spielen auch für die Führungsebene der Krankenhäuser eine herausragende Rolle. So stellen die Umsetzung des seit April 2013 geltenden Krebsregister- und Krebsfrüherkennungsgesetzes sowie des neuen MDK-Prüfverfahrens die Beteiligten vor neue Herausforderungen. Informationsbasierte Prozesse müssen in diesem Zusammenhang analysiert und optimiert werden.
Die Veranstalter laden ein, sich in Vorträgen und Workshops zu diesen aktuellen Themen im Kontext der Medizinischen Dokumentation und des Informationsmanagements im Gesundheitswesen zu informieren. Umfangreiches Networking ermöglicht der „Feier-Abend“ im renommierten Wiley-Club Neu-Ulm am Donnerstagabend.

Nähere Informationen zur Veranstaltung: https://www.dvmd-tagung.de.

Mirjam Bauer

Rund um Einkauf, Logistik und Materialwirtschaft im Krankenhaus

Branchennetzwerk tagt vom 23. bis 24. März in Rotenburg

Der Berufsfachverband für Einkäufer, Materialwirtschaftler und Logistiker im Krankenhaus e. V. (femak) richtet seine 33. Bundesfachtagung in der Göbels Hotel Arena in Rotenburg an der Fulda aus. Der Zusammenschluss von Mitarbeitern aus den Bereichen Ver- und Entsorgung in den Einrichtungen des Gesundheitswesens agiert als Drehkreuz zwischen Anwendern, Lieferanten und Herstellern. Ziele der femak sind, Wissen aus dem Beschaffungswesen zu vermitteln und neue Verfahren, Erkenntnisse sowie Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens transparent aufzubereiten.

So wie im letzten Jahr werden auf der Tagung wieder Lösungsansätze vorgestellt, die den sich ständig ändernden Bedingungen im ökonomischen System der Krankenhäuser gerecht werden. Das Programm bietet beispielsweise Vorträge zu Partnerschaften zwischen Kliniken und Industrie, zu IT Management und Prozessoptimierung mit deren Konsequenzen auf Einkauf und Logistik, zum Qualitätsmanagement und zum BVBG-Gütesiegel (Bundesverband der Beschaffungsinstitutionen in der Gesundheitswirtschaft Deutschland e. V.). Einen besonderen Höhepunkt bieten die Veranstalter mit einer Keynote von Jens Weißflog: Der Weltmeister, Olympia-, Weltcup- und Vierschanzentourneesieger im Skispringen hat sich mittlerweile auch als Hotelier und Buchautor einen Namen gemacht und referiert über Veränderungsbereitschaft und Motivation im Sport sowie in der Wirtschaft.
Am zweiten Tag stehen Versorgungssicherheit im Klinikalltag, Innovation im Beschaffungsprozess, Strategische Neuorientierung im Klinikeinkauf und der Beschaffungslogistik sowie Strategisches und operatives Einkaufsmanagement inklusive Einkaufscontrolling auf der Agenda. Eine Podiumsdiskussion richtet sich an „Young professionals“, und der 3. femak-Wissenschaftspreis wird verliehen. Ausgezeichnet werden Arbeiten aus Gesundheitsökonomie und Medizin, wissenschaftliche Studien oder Publikationen zum Themengebiet Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik im Krankenhaus bzw. in der Gesundheitswirtschaft.
Um Netzwerke aufzubauen und den Austausch mit der Industrie und Kollegen zu ermöglichen, bietet die Fachtagung zwei Abendveranstaltungen und genügend Pausen zum Networking. Weitere Informationen unter www.femak.de.

Mirjam Bauer

Fun und Voran – Trends im E-Health-Bereich

Impressionen der Schliersee-Konferenz 2015

Sonntagabend, 25. Januar: minus 2 Grad. 60 Zentimeter Neuschnee tauchen die Dunkelheit in mystisches Licht. Der Zeiger der Kirchturmuhr steht auf halb Sieben. Vor dem Schlierseer Bauerntheater brennen Fackeln, winterlich gekleidete Menschen kommen auf dem Xafer-Terofal-Platz zusammen. Würziger Glühwein und flammende Holzscheite im Feuerkorb wärmen die Veranstaltungsteilnehmer beim Networking… so lange, bis kalte Füße wie von allein den Weg in die angrenzende Bar finden, die einen früher, die anderen später…
Am Montagmorgen beginnt das offizielle Programm:
Krankenhausvertreter, IT-Anbieter und Experten treffen einander zum Austausch über Trends aus dem eHealth-Bereich, auch internationale Teilnehmer hören über einen Dolmetscherservice den Vorträgen zu.
Veranstalter Heino Kuhlemann hebt den Tagungsort Schliersee bewusst ab, indem er traditionsreiches bayerisches Bauerntheater den sonst üblichen weißen Vortragssälen vorzieht. Auch der Bürgermeister der Region begrüßt die Anwesenden im vollbesetzten Saal.
Heino Kuhlemanns Standortbestimmung über den Tellerrand hinaus lässt unter anderem auch Referenten aus Kassen und Politik zu Wort kommen.
Abwechslungsreiche Vorträge präsentieren den eHealth-Gesetzesentwurf – mit „Blick nach vorn statt in die Vergangenheit“, Prof. Dr. Arno Elmer, Gematik, – und die resultierende „Nutzbarkeit über Apps oder online-basierten Trainingsprogrammen zur Vorsorge als auch zur begleitenden Therapie“, Gerhard Potuschek, Barmer.
Die Herausforderungen und Chancen sowohl der Zweitverwertung klinischer Daten als auch der semantischen Anreicherung im KIS-Bereich werden ebenso erläutert wie die Personalisierung und Automatisierung von Intervention und der Patientenführung, beispielsweise über psychosoziale Merkmale.
Am zweiten Tag stehen Krankenhäuser und deren strategisch eingesetzte IT-Werkzeuge im Vordergrund, wie die Reifegradbestimmung durch die EMRAM-Bewertungsskala. Die IT-Leiterin des UKSH, Uta Knöchel, fragt am Ende ihres Vortrages durchaus provokant in die Runde, wer denn heute noch mit angekündigten IT-Rahmenbedingungen von Politik und Gesetzgebung plant – ein Teilnehmer wagt ein Handzeichen.
Erfolgreiche Krankenhäuser und Klinikgruppen beleuchten in weiteren Vorträgen IT-Strategien im Kontext von Budgetierung, Demand Management, IT- Sicherheitsgesetz und Verweildauersteuerung.
Die Verleihung des Schlierseer Marketing Awards für herausragende Kommunikation stellt einen weiteren Höhepunkt dar. Gewinner ist die Deutsche Telekom Healthcare Solutions, der zweite Preis geht an das Ärztehaus synMedico GmbH, dritter wird die AGFA HealthCare GmbH.
Im Anschluss finden noch Workshops zum Thema „Integrating the Healthcare Enterprise“, IHE, und digitale Aufklärung statt.
Heino Kuhlemann hat wie immer viel Schnee versprochen – bis kurz vor Beginn der Tagung glaubt kaum einer daran – doch mehr als genug des weißen Nass bringt so manchen beim täglichen Autofreischaufeln zur schieren Verzweiflung.
Das attraktive Rahmenprogramm in wunderschöner bayerischer Landschaft lässt in jedem ein Gefühl der Zufriedenheit zurück. Skilauf an einer eigens für die Veranstaltung geöffneten Piste, Sesselliftfahren – anfangs unter Flutlicht, zum Abschied jedoch völlig unbeleuchtet durch den stockdunklen Wald, ein langer Almhüttenabend mit Feuer, Eis, Musik und kulinarischen Köstlichkeiten: All diese Erinnerungen – in der anmutender Ästhetik weißer Winterwelt – werden jedem Teilnehmer neben den fachlichen Aussagen noch lange im Gedächtnis bleiben.

IMG_4846Audience
Meilenstein in der sich entwickelnden Disziplin: die Radiological Society of North America (RSNA) zelebriert ihre Erfolge auf dem 100. Jahreskongress 2014 (Foto: Zuhörer bei der Eröffnung 2013).

RSNA-Jahreskongress 2014: Jubiläum

Gesellschaft feiert 100. Meeting

Fast 20 Jahre nach der Entdeckung der später nach ihm benannten Strahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen 1895 trafen sich in den USA fünf radiologisch arbeitende Mediziner und legten das Fundament für die Western Roentgen Ray Society – der Vorgängerin der Radiological Society of North America (RSNA). Heute ist der Jahreskongress der Gesellschaft, die die Fortentwicklung der Anwendung der Röntgenstrahlen in Diagnostik und Therapie geprägt hat, die weltweit größte Veranstaltung in der Medizin. „Wir werden dieses Jubiläum über zwei Jahre hinweg feiern“, sagte Ronald L. Arenson, M.D., RSNA-Präsident in spe. „Im Jahr 2014 steht der bereits zum 100. Mal tagende Kongress im Vordergrund – im Folgejahr 2015 wird die historisch wichtige Gründung unserer radiologischen Gesellschaft zelebriert. Wir planen, alle Aspekte des Einflusses der Society und ihrer Entwicklung in ihrer hundertjährige Geschichte darstellen. Ich freue mich sehr auf die Aktivitäten, die wir für unsere Community geplant haben.“

„Wir feiern die Vergangenheit – mit Blick in die Zukunft“, fügte der gegenwärtige RSNA-Präsident N. Reed Dunnick, M.D., hinzu, der gemeinsam mit Dr. Arenson das RSNA Jubiläumskomitee leitet. Er lädt die Kongressteilnehmer ein, sich im „Memory Book“ einzutragen und so den durch die Gesellschaft über 100 Jahre getragenen Wandel in der Medizin mit zu würdigen. Der Schwerpunkt der Weiterentwicklung liegt auf der molekularen Bildgebung, sagte M. Paul Capp, M.D., der 1975 bis 1978 den Vorsitz des RSNA-Kongresskomitees hatte: Pathologie und Histologie bieten vielfältige Möglichkeiten; die Visionen von heute werden zukünftig Standard sein. „So werden beispielsweise Screening-Technologien entstehen, die auf der Bildgebung auf ultrafeiner molekularer und auf submolekularer Ebene beruhen.“

Der RSNA-Jubiläumskongress findet vom 29. November bis 5. Dezember in Chicago statt – www.rsna.org.

Autor: Michael Reiter

conhIT 2014, Berlin
conhIT Berichte

zu den aktuellen Berichten der conhIT

conhIT 2014
Quelle: conhIT/bvitg

Pressekonferenz

Interviews conhIT 2014

95. Deutscher Röntgenkongress, Hamburg

Klicken Sie hier um Ihren eigenen Text einzufügen